Konflikte in Teams
- Julia Seyss-Inquart

- 9. Juni
- 1 Min. Lesezeit
In meiner Arbeit als Moderation bei Konflikten begegne ich Teams in Momenten, in denen das gemeinsame Gespräch schwierig geworden ist. Manchmal brodelt es schon lange, manchmal hat ein konkreter Anlass das Fass zum Überlaufen gebracht. Und es steckt keine böse Absicht dahinter, sondern unterschiedliche Erwartungen, die nie ausgesprochen wurden und zu Kränkungen führen.
Was mich immer wieder beeindruckt: Wenn Menschen in einem geschützten Rahmen die Möglichkeit bekommen, wirklich zuzuhören und gehört zu werden, verändert sich etwas. Nicht immer sofort und nicht immer vollständig aber der Knoten beginnt, sich zu lockern.
Zentral für mich: Konflikte in Teams sind kein Zeichen von Schwäche oder Scheitern. Sie sind oft ein Zeichen, dass etwas wichtig ist und dass es Zeit wird, genauer hinzuschauen. Was brauchen wir voneinander? Was haben wir stillschweigend vorausgesetzt? Was ist in letzter Zeit zu kurz gekommen?
Meine Rolle als Moderatorin ist es dabei nicht, Lösungen vorzugeben. Sondern den Raum so zu gestalten, dass das Team selbst wieder in Kontakt kommt mit den eigenen Bedürfnissen, mit den anderen und mit dem gemeinsamen Auftrag.
Manchmal braucht es dafür nur eine Sitzung. Manchmal begleite ich Teams über mehrere Monate. Was immer gleich bleibt: Es braucht Mut damit zu beginnen.



Kommentare